Deine Übetipps

Üben gehört zum Musizieren wie die Luft zum Atmen. Manche sagen, Üben macht keinen Spaß. Aber das stimmt nicht! Mit diesen Tipps hast Du Freude beim Üben und wirst Deine Fortschritte bald bemerken. Hier kommt das Zen des Übens:

1. Finde einen regelmäßigen Übezeitpunkt, den Du täglich in Deinen Tagesablauf integrieren kannst:
– Immer direkt, wenn Du aus der Schule kommst
– Immer direkt vor oder nach dem Abendessen
– Immer direkt vor dem Zähenputzen abends

Es ist besser, mehrmals in der Woche kurz zu üben, als einmal lang. Auch fünf Minuten jeden Tag werden Dich verbessern.

2.Beginne das Üben immer mit den Einspielübungen, die Dir Dein Lehrer gezeigt hat. Danach spielst Du etwas, was Du schon gut kannst. Erst dann nimmst Du Dir was Neues vor.

3. Wenn Du Dich ärgerst, weil Dir etwas nicht gelingt: lass es. Keiner ist perfekt! Spiel erstmal etwas anderes, was Du schon kannst, um wieder in den Fluss zu kommen. Danach nimmst Du Dir die entsprechende Stelle noch einmal vor und spielst sie ganz langsam. Gaaaaanz langsam! Dann schläfst Du eine Nacht drüber und versuchst es am nächsten Tag wieder neu.

4. Fang Dein Stück einmal von hinten an. Übe erst die letzte Zeile oder den letzten Takt, dann den vorletzten und so weiter. Am nächsten Tag startest Du in der Mitte und übst bis zum Schluss. Am dritten Tag kannst Du das ganze Stück.

5. Wenn Du Dich nicht mehr konzentrieren kannst oder müde bist: zwinge Dich nicht. Mach das Fenster auf und nimm ein paar tiefe Atemzüge. Danach spielst Du Dein Stück noch einmal ganz in Ruhe und hörst auf. Genug für heute!

6. Wiederhole immer mal wieder leichte alte Stücke. So merkst Du, wie viel weiter Du schon gekommen bist!

7. Für ältere Schüler: erkenne selbst, was gerade Dein Problem ist, wenn Dir etwas nicht gelingt. Ist es motorisch? Rhythmisch? Intonation? Hast Du Schwierigkeiten beim Notenlesen? Hat es mit dem Atem zu tun? Überlege Dir eine Übung genau für dieses Problem oder frag Deinen Lehrer in der nächsten Stunde danach.

8. Hör Dir auf Youtube Musiker an, die das gleiche Stück spielen. Überlege, was Dir daran gefällt und was nicht.

9. Üben geht auch anders: lege Dich aufs Sofa und schließe die Augen. Stell Dir ganz genau vor, was Du machen musst, um Dein Instrument zu spielen. Höre Dir in Deiner Fantasie zu. Dann stehst Du auf und spielst Dein Stück einmal auf dem Instrument ohne zu unterbrechen. Zurück auf dem Sofa, gehst Du in Gedanken noch einmal durchs Stück. Was hat Dir gefallen, was möchtest Du anders machen? Spiele das Stück erneut im Ganzen ohne zu unterbrechen. Für heute hast Du genug geübt!

10. Nimm Dir am Ende von jeder Übe-Einheit ein bisschen Zeit, um das zu spielen, was Du am liebsten magst. Das ist Deine Prime-Time auf dem Instrument. Genieße es!

11. Wenn Du stolz bist, weil Du etwas geschafft hast, dann spiele es Deiner Familie vor. Wenn mehrere Mitglieder euer Familie musizieren, hört Euch gegenseitig zu. Unterbrecht Euch nicht und kritisiert Euch nicht – finde etwas, was Du loben kannst!

12. Heute spielst Du nur einen einzigen Ton. Spiele ihn lang und kurz, laut und leise, lauter werdend und leiser werdend, mit schnellen Wiederholungen hintereinander… Versuche, den Klang zu verändern, während Du ihn spielst. Spiel den Ton so schön und spiel ihn so hässlich wie möglich. Dann nimmst Du einen zweiten Ton dazu. Probiere alle Kombinationen der beiden Töne aus, die Dir einfallen. Am nächsten Tag suchst Du Dir zwei neue Töne…

13. Nimm Dich auf. Höre die Aufnahme an und überlege, was Dir gefällt und was Du besser machen möchtest. Nimm Dich nochmals auf. Höre die zweite Aufnahme und überlege, ob Du Deine Vorsätze aus der ersten Runde umgesetzt hast.